Historie des IndustrieStadtparks

Das Gelände des IndustrieStadtparks wird seit gut 150 Jahren industriell genutzt. Während zunächst rüstungsorientierte Produktion im Rahmen der Sprengstoffherstellung im Vordergrund stand, sind auf dem Gelände heute überwiegend verschiedene Firmen der Kunstofffertigung ansässig.

1886/87

Errichtung einer Zündhütchenfabrik („Züfa“) auf der Troisdorfer Heide durch die 1886 gegründete Rheinisch-Westfälische Sprengstoff-Gesellschaft (RWS);
Herstellung von Zündmitteln (Zündhütchen, ab 1888 auch Sprengkapseln)
30 Gebäude mit 65 Beschäftigten
Zusammenarbeit mit der Dynamit-Actien-Gesellschaft (DAG)

1895

Gründung der Fabrik elektrischer Zünder GmbH (F.E.Z.) als Tochtergesellschaft der RWS; Herstellung elektrischer Zünder für Bergbau

1900

Gesamtgelände der damaligen RWS umfasst 64 ha mit 108 Gebäuden und 1.610 Beschäftigten

1905

Celluloidfabrik: Fabrikation von 478 t Schießwolle (Nitrocellulose) und 25 t Collodiumwolle (wird in der Medizin, beim Färben und in der fotographischen Industrie verwendet).

1914

Produktionseinstellung wegen Ausbruch des 1. Weltkrieges in der Pulverfabrik und Celluloidfabrik; später beträchtliche Kapazitätserweiterung mit Errichtung der 2. Schießwollfabrik. Wiederaufnahme der Treibladungspulver-Herstellung in der Pulverfabrik; umfangreiche Neubauten (Eisenkonstruktionen mit Bimsbetonplattenfüllung)

1916

Verlagerung der Produktion elektrischer Zünder (der F.E.Z.) nach Porz-Eil; östlich der Kaiserstraße Bau der Neuen Zündhütchenfabrik.
Delaborierarbeiten wie Auslaugung von militärischen Sprengkapseln zur Rückgewinnung von Quecksilber, Eisen und Kupfer (in Form von Kupfervitriol)

1918 bis 1923

Nach Kriegsende Einstellung der Schießwolleherstellung aufgrund der Auflagen der Siegermächte zur Demilitarisierung Deutschlands; Rückbau der Anlagen zur Treibladungspulverproduktion; Anlagen der alten, seit 1887 bestehenden Zündhütchenfabrik mussten gleichfalls rückgebaut werden
Konversion der Anlagen der Pulverfabrik zur Kunststofffabrik („Kufa“); Produktion von verschiedenen Kunststoffen sowie Kunststofferzeugnissen wie Fertigartikel für die Elektrobranche, Rohren, Grammophonplatten, Installationsmaterialien und Küchenmöbeln
Anfang 1920 Inbetriebnahme eines Presswerks zur Verarbeitung von Kunststoffpressmassen/Formteilen

Die 30er Jahre

Entwicklung des „Troisdorfer Astralon-Verfahrens“ zur Herstellung von Folien und Tafeln aus Polyvinylchlorid (PVC) bzw. PVC-Mischpolymerisaten in der Kunststofffabrik

Einführung der Zünderdrahtisolierung durch Kunststoff Mipolam (vorher Baumwolle, Papier und Gummi)
Mitte 1930 verstärkte Herstellung thermoplastischer Kunststoffe, insbesondere auf Basis von PVC und dessen Co-Polymeren

Nach dem 2. Weltkrieg

Am 11.04.1945 Einrücken US-amerikanischer Truppen in Troisdorf und Besetzung des Werksgeländes; Produktionsstillstand; später britische und belgische Besatzung. Im Juni 1945 Produktion von Bergwerkszündern. Teilweise zivile Nutzung der Produktionsanlagen. 1946 erfolgte die Wiederaufnahme der Fertigung von Schlachtpatronen zur Viehbetäubung, später auch von Treibkartuschen, Jagdpatronen und ähnlichen Munitionsteilen

1954

Produktion des ersten in Serie hergestellten Kunststoff Fenster (Trocal) in Troisdorf

1959

Umbenennung der Dynamit-Actien-Gesellschaft in Dynamit Nobel AG (DNAG)

1965

Umorganisation des Dynamit Nobel-Konzerns in die Sparten Sprengmittel, Chemikalien und Kunststoffe; Zündhütchenfabrik zur Sparte Sprengmittel und Kunststofffabrik zur Sparte Kunststoffe

1986

Produktion von Polyethylen(= PE )-Blockschaumteilen in der Troisdorfer Kunststofffabrik

1988

Herstellung des neuen Bodenbelages MIPOLAM 900 in der Troisdorfer Kunststofffabrik begonnen. Im gleichen Jahr Übernahme der Kunststoff-Sparte der Dynamit Nobel AG mit der Kunststoff-Halbzeugfertigung von der in Marl ansässigen Hüls AG unter der neuen Bezeichnung Hüls Troisdorf AG

Seit 1994 firmiert die an den Rütgers-Konzern verkaufte Hüls Troisdorf AG als HT Troplast AG. Im gleichen Jahr Fertigung der Polyolefinerzeugnisse des Programmes MIPOLAM alterno.

Seit 2001 firmiert die bis dahin bei der Dynamit Nobel AG verbliebene Explosivstoff-Sparte nach deren Verkauf an die australische Orica Ltd. als Orica Germany GmbH, die weiterhin die industriellen Sprengmittel (Sprengzünder und dgl.) inkl. der erforderlichen Explosivstoffe in Troisdorf herstellt.

2004

Bis 2004 bestand die HT Troplast AG als ein Unternehmen incl. Grundstückbesitz und Gebäudebestand mit diversen Geschäftsfeldern aus dem Bereich Herstellung von Kunststoffhalbzeugen. Ab 2004 erfolgte der Verkauf einzelner Geschäftsfelder an Investoren.

2005

HT Troplast AG gliedert die Standortdienstleistungen in die neu gegründete Industriepark Troisdorf GmbH aus

ab 2006

Die städtische Tropark GmbH erwirbt neben dem Investor T-Park GmbH Grundstücke und Gebäude des Industriepark, mit dem Ziel der Neuansiedlung von Industrie- und Gewerbe im Industriestadtpark. Parallel wurde der Standortdienstleister Industriepark Troisdorf GmbH durch die städtische Troikomm GmbH übernommen.